Frankenpost, 21. Februar 2013
Chefs tragen eine saubere Krawatte
Ulrich Heckmann berichtet, wie man Bürgermeister wird. Er hat schon über 100 Wahlkämpfern als Berater beigestanden.
Von Joachim Dankbar Hof – Ulrich Heckmann betreibt ein außergewöhnliches Geschäft: Er verhilft ehrgeizigen jungen Männern und Frauen zu einem Bürgermeistersessel. Oder er hilft ihnen, diesen Platz zu verteidigen. Die Bezeichnung „Bürgermeistermacher“ mag er trotz einer hohen Erfolgsquote nicht, verriet er bei einem Vortrag an der Beamtenfachhochschule in Hof. Schließlich müssten seine Klienten ihre Wähler immer noch selbst überzeugen. Sein Geschäftsmodell ist vorläufig auf Baden-Württemberg beschränkt, wo sich Heckmann mit 100 Wahlkämpfen innerhalb der letzten Jahre eine gewisse Marktführerschaft erkämpft hat. Anders als in Bayern ist es dort üblich, einen Kandidaten von außerhalb zum Bürgermeister zu küren. Die Amtszeit beträgt im Ländle acht Jahre und die Bürgermeister sind viel besser bezahlt als in Bayern. Schon in Gemeinden mit 3500 Einwohnern gibt es für den Chef die Besoldungsgruppe A 16, das sind knapp unter 6000 Euro. Die Fragen aus dem Publikum ließen in Hof jedoch erkennen, dass es auch in Bayern einige Verwaltungsbeamte gibt, die gern in den Chefsessel wechseln würden. Ulrich Heckmann kann das gut verstehen. Bürgermeister zu sein, bedeute „die einzige Möglichkeit, in der öffentlichen Verwaltung selbstständig tätig zu sein“. Er arbeitet mit seinen Klienten erst einmal daran, sie zu glaubhaften Vertreter einer ganzen Gemeinde zu machen. Und dazu gehört „ein Gürtel in der Hose oder wenigstens geputzte Schuhe“. Dass eine fleckenfreie Krawatte keine Selbstverständlichkeit ist, habe er oft genug erlebt, sagt Heckmann. All das will er nicht als Äußerlichkeiten verstanden wissen. Schließlich habe „jeder Bürger Anspruch auf einen Bürgermeister, für den man sich nicht schämen muss“. Vor allem aber will Heckmann authentische Persönlichkeiten sichtbar machen. Nichts nehme ein Wähler mehr übel, als belogen zu werden. Das vertritt er mit allen Konsequenzen. „Wer als Bürgermeister jahrelang arrogant und überheblich war, braucht ein halbes Jahr vor der Wahl gar nicht anfangen, Damen die Tür aufzuhalten. Das geht garantiert schief“, prophezeit Heckmann. Sein Rat: Dann lieber sich treu bleiben und dem Wähler sagen: „Sie wissen, was Sie bekommen.“ Heckmann setzt auf optische Botschaften. Sein Rat: „Sie können beim Wahlkampf an allem sparen, aber nicht an einem sehr guten Fotografen.“ Folgt man Heckmann, dann werden Inhalte bei der Wahlentscheidung gern etwas überschätzt. Zum einen, weil Menschen ungern länger als zwei bis drei Minuten zuhören, zum anderen, weil die Themen von der Breitband-Verkabelung bis zur demografischen Entwicklung „zu 80 bis 90 Prozent überall dieselben sind“. Dennoch erwartet der Coach, dass seine Kandidaten den Ort, seine Geschichte und seine Probleme gut kennen, bevor er sie zum Klinkenputzen schickt. „Das alles ist kein Spiel“, wendet Heckmann ein. Er kennt auch die Kehrseite der Medaille. Das Bild des 48-jährigen, abgewählten Gegenkandidaten ohne Versorgungsanspruch zum Beispiel, der mit seinen drei Kindern weinend auf einer Bank sitzt. Vielleicht deshalb geht er selbst nicht mehr zu den Wahlabenden, auch wenn er seine Kandidaten über Monate begleitet und ihre wichtigsten Reden geschrieben hat. Er hat genug erlebt, um nicht nur die Sieger zu sehen. Heckmann warnt: „Ich habe noch keinen abgewählten Bürgermeister gesehen, der hinterher beruflich wieder Fuß gefasst hätte. Wer einmal dieses Amt hatte, ist es nicht mehr gewöhnt, einen Chef über sich zu haben.“
Frankenpost, 18. Februar 2013
Professionell den Wahlkampf managen
Hof – Die Verwaltungshochschule in Hof lädt am morgigen Dienstag, 19. Februar, 16 Uhr, zu einem Fachvortrag mit Ulrich Heckmann im großen Hörsaal ein. Ulrich Heckmann ist Diplom-Verwaltungswirt (FH) und hat an der Hochschule für öffentliche Verwaltung in Kehl studiert. In Baden-Württemberg hat er sich als „Bürgermeistermacher“ einen Namen gemacht. Er betreibt dort nicht nur professionelles Wahlkampfmanagement für Bürgermeisterkandidaten, sondern ist dabei auch sehr erfolgreich. Die Erfolgsquote der von ihm betreuten Kandidaten ist sehr groß und hat ihn über die Grenzen seines Bundeslandes hinaus bekannt gemacht. In seinem Vortrag will er Personen ansprechen, für die das Bürgermeisteramt eine berufliche Option darstellt oder die selbst im Wahlkampf aktiv sind. Heckmann stellt die Kernelemente eines erfolgreichen Wahlkampfmanagements vor. Der Eintritt ist laut Mitteilung frei.
Ludwigsburger Kreiszeitung, 31. März 2012
„Meisterstück“
Er selbst nennt sich Bürgermeister-Berater, andere sprechen vom Bürgermeistermacher: Ulrich Heckmann. Wer Schultes werden will, braucht den inneren Antrieb. Wenn man den nicht habe, scheitere man, so der Bruchsaler. Er kennt sich aus: Sein Vater war in den siebziger Jahren Bürgermeister in Eberdingen. Thema des Diplom-Verwaltungswirts Ulrich Heckmann ist, wie er auf seiner Internetseite schreibt, politische Kommunikation. Sein Ziel: Wahlen gewinnen. Dazu gehöre: die richtigen Ansprechpartner zu finden. Mehrheiten zu basteln und im Hintergrund zu arbeiten. Also bestmögliches Networking. Er entwickelt Kampagnen, kümmert sich um Themen und Reden, aber auch um ganz banale Dinge eines Wahlkampfs wie Werbung, Fotos, Internetauftritt. Eine kleine Agentur als ständiger Begleiter für Bürgermeisterkandidaten. Tina Huettl erhielt für ein Radiofeature über ihn im Deutschlandfunk den Axel-Springer-Preis für junge Journalisten. Der 39-jährige gebürtige Pforzheimer lieferte jüngst wieder ein Meisterstück ab: Für Birgit Flaig managte er als Mann im Hintergrund erfolgreich den Wahlkampf in Erdmannhausen. Ihr sei immer klar gewesen, dass ein Wahlkampf nicht ohne Hilfe einer Agentur zu führen ist, sagte Flaig im Rückblick.
Dass dabei mit Lutz Schwaigert ein Amtsinhaber über die Klinge springen musste, passt aber einigen Bürgermeistern im Landkreis nicht. Einer wulffte Heckmann auf die Mailbox nicht gerade freundliche Worte. Nach dem Motto „So etwas tut man nicht“, aber in völliger Verkennung der Tatsache, dass Chefsessel in den Rathäusern in einer Demokratie nur Posten auf Zeit sind und deshalb auch besser bezahlt werden als im normalen Verwaltungsbetrieb.
Heckmann kann eines nicht: Einen Sieg garantieren. Das musste Ralf Maier-Geißer erfahren, als er nach acht Jahren um seine Wiederwahl als Bürgermeister von Freiberg kämpfte – und die Wahl verlor.
18. Mai 2011
Tina Huettl erhält für Ihr Radiofeature "Der Bürgermeistermacher" den Axel-Springer-Preis für junge Journalisten. Ich freue mich sehr für Tina Huettl und bin stolz darauf, der Hauptprotagonist der Reportage zu sein.
14. November 2010
Deutschlandradiokultur sendet ein Feature über mich.
30. Mai 2010
Gegenüber der Pforzheimer Zeitung äußerte ich mich zur Gehaltssituation der Bürgermeister.
11. März 2010
www.kampagnenpraxis.de, Report Nr. 12 2010: