Presse

18. Mai 2011

Tina Huettl erhält für Ihr Radiofeature "Der Bürgermeistermacher" den Axel-Springer-Preis für junge Journalisten. Ich freue mich sehr für Tina Huettl und bin stolz darauf, der Hauptprotagonist der Reportage zu sein. Hier der Link dazu:

Axel-Springer-Preis, Kategorie Hörfunk

Auch die Presse berichtet darüber, hier für Sie der Link. Ebenso das Radiomagazin "Radioszene".

 

14. November 2010

Deutschlandradiokultur sendet ein Feature über mich. Hier ist der Link dazu.


 

30. Mai 2010

Gegenüber der Pforzheimer Zeitung äußerte ich mich zur Gehaltssituation der Bürgermeister. Hier ist der Link dazu.

 

 


 

11. März 2010

www.kampagnenpraxis.de, Report Nr. 12 2010:

Kampagnenpraxis

 


 

Mühlacker Tagblatt, 28. Oktober 2009

Ein Bruchsaler plant den Wahlerfolg

Hinter dem erfolgreichen Wahlkampf des neuen OB Frank Schneider steht nicht nur, aber auch Ulrich Heckmann. Der Chef einer Ein-Mann-Agentur in Bruchsal plant professionelle Wahlkämpfe für öffentliche Ämter.

Von Maik Disselhoff

Mühlacker/Bruchsal. Ohne Strategie kein Erfolg, sagt Ulrich Heckmann, doch entscheidend sei letztlich der Kandidat: „Er muss authentisch sein.“

Andererseits gibt es Stellschrauben, an denen Heckmann dreht, um einen Bewerber ins richtige Licht zu rücken. „Handwerkszeug“ nennt das der professionelle Wahlkampfhelfer, der die Verhältnisse vor Ort und den Kunden selbst vorab genau unter die Lupe nimmt. Im Fall von Frank Schneider sei dies, weil man sich seit längerem kenne, nicht mehr nötig gewesen. „Eine meiner Stärken ist, dass ich Menschen schnell einschätzen kann“, sagt der 39-Jährige, der mit seiner Ein-Mann-Agentur „¡konzept-h!“ nach dem Wahlsieg in Mühlacker bereits an der nächsten Kampagne feilt. „Die Themen sind im Grunde überall die gleichen“, sagt er. Kinderbetreuung, Schule und Bildung, schnelles Internet im ländlichen Raum – das sind die Dinge, die die Bürger seiner Meinung nach umtreiben. „Und die Wähler stellten sich natürlich die Frage: Wer kann den Job?“

Doch selbst wenn sich ein Bewerber für den Posten eignet, kann er im Wahlkampf entscheidende Fehler machen. Gestik und Rhetorik seien bei Veranstaltungen wie der Kandidatenvorstellung im Mühlehof oder der Podiumsdiskussion im Uhlandbau wichtig. „Details zählen“, betont Heckmann, der auch als Image-Berater fungiert. „Wenn 800 Leute auf mich schauen, ist nicht nur wichtig, was ich sage. Ich muss auch lange Strümpfe tragen, um dem Publikum nicht das nackte Bein zu zeigen.“

Dass die Krawatte zum Hemd passt, ist für Heckmann eine Frage des „Respekts gegenüber dem Wähler“. Mit einem anderen Bewerber habe er kurz vor einem Fototermin vor dessen Kleiderschrank gestanden, um einen „neutralen“ Pullover auszusuchen. „Es gab keinen, also sind wir los und haben schnell einen gekauft.“

Bilder seien im Wahlkampf von elementarer Bedeutung. „Wichtiger als die Sprache“, sagt Heckmann. Über Fotos müsse Sympathie entstehen, was im Falle Schneiders mit der hochwertigen Wahlbroschüre gut gelungen sei. Außerdem müssten sich die Klienten natürlich auf eine „Ochsentour“ einstellen, um den Sieg einzufahren. „Sie müssen dem Wähler zeigen, dass sie um jede Stimme kämpfen. Hausbesuche und Ortstermine sind super wichtig.“

Auch das Internet spiele eine immer größere Rolle. Noch nie, sagt der Experte nach den Erfahrungen an seinen bisherigen Stationen, sei so viel Wahlkampf über das Internet gemacht worden wie in Mühlacker. „Wir haben Netzwerke aufgebaut und Foren wie, Wer-kennt-Wen‘, ,twitter‘ oder ,Facebook‘ genutzt. Wir haben damit den ein oder anderen Wähler erreicht, der sonst nicht gewählt hätte“, ist sich der Hobby-Koch und Theaterfan sicher. Außerdem habe das Internet dem Amtsinhaber geschadet: „Seine Videos, die schlecht gemacht waren, haben ihn Stimmen gekostet.“

Jedoch seien auch im Schneider-Wahlkampf Fehler passiert, die ihn im Nachhinein sehr ärgerten, lässt Heckmann durchblicken, dass auch er und seine Taktik nicht bis in jedes Detail perfekt sein können. Wichtig sei, dass der eigene Bewerber die entscheidenden Themen setze und die möglichen Angriffe des Kontrahenten ins Leere laufen lasse – wie unter anderem im Uhlandbau. „Frank Schneider hat es richtig gemacht und ist ruhig geblieben.“

Ausschlaggebend sei in Mühlacker die Kernbotschaft seines Kandidaten gewesen. „Es ging weniger um konkrete Themen wie den Mühlehof, sondern darum, wie der Streit in Mühlacker aufhört.“ Darauf habe er, so Heckmann, mit seinem Wahlkampf-Motto „Mühlacker einen“ alles ausgerichtet. „Das war der unveränderliche Kern unserer Strategie.“ Der Bewerber als ein Spielball, der nur nach seiner Pfeife tanzt? Keinesfalls, widerspricht Heckmann mit Nachdruck. Alles sei eng abgestimmt, aber die wahre Leistung bringe der Kandidat, der sich im Wahlkampf voll engagiere.

Der Sieg in Mühlacker beschert dem Wahlkampfmanager eine Erfolgsprämie. Was konkrete Zahlen betrifft, hält er sich zwar bedeckt, doch immerhin eine finanzielle Größenordnung gibt er preis: Ein Wahlkampf in einer Stadt wie Mühlacker kostet etwa 30000 Euro.

Ulrich Heckmann kennt auch nach dem Tag der Entscheidung keine Ruhepause. Und wie sagte er zu Frank Schneider noch am Wahlabend, als der Sieg feststand: „Jetzt fängt der Wahlkampf für 2017 an.“

 

 


 

Schwarzwälder Bote, 24. Mai 2007

Im Hintergrund sitzen zwei Wahlkampfhelfer

Amtsinhaber und Gegenkandidat lassen sich professionell beraten /Staatsanwalt entscheidet erst nach 10. Juni über Anklageerhebung

Von Marion Selent-Witowski

Althengstett. Manchmal ist es extrem schwierig, sich selbst realistisch einzuschätzen, die eigenen Stärken und Schwächen zu erkennen. Erst recht, wenn man als Bürgermeisterkandidat abwägen muss, wie hoch man in der Gunst der Wähler steht und sich noch dazu nicht nur das eigene Leben, sondern das der Familie künftig ändern könnte ­ der eigene Blickwinkel täuscht da oft. Ein Berater kann in dieser Lage zu einer ehrlichen Eigenbilanz beitragen, muss aber die Authentizität ­ die Echtheit und Glaubwürdigkeit seines

Klienten ­ wahren können. Ratgeber übernehmen viel Organisatorisches Und nicht nur das: Für Kandidaten im Wahlkampf ist es schier unmöglich, gleichzeitig einen Internetauftritt und Flyer zu gestalten sowie die weitere Öffentlichkeitsarbeit zu übernehmen, Gesprächsrunden und Hausbesuche zu absolvieren sowie ganz nebenbei auch noch der eigentlichen beruflichen Tätigkeit nachzugehen. Dafür gibt es professionelle Ratgeber, auf die auch Althengstetts Bürgermeister Jörg Nonnenmann und Gegenkandidat Clemens Götz setzen. Diese beiden Namen werden übrigens am 10. Juni beim zweiten Wahlgang auf dem Stimmzettel stehen: Bewerber Ilias Schmid hat gestern offiziell seine Kandidatur so wie drei weitere Bewerber zurückgezogen. Bürgermeister Jörg Nonnenmann hat Klaus Abberger zur Seite. Der Horber, Jahrgang 1967, und jetzige Wahl-Rottenburger ist seit 1996 vorwiegend auf kommunaler Ebene im politischen Marketing tätig. Seine Erfahrung und das nötige Gespür erwarb sich der gelernte Journalist als Zeitungsredakteur beim Schwarzwälder Boten sowie durch eigene politische Aktivitäten in der SPD. Seit 1991 ist Abberger parteilos. 1999 gründete er sein eigenes Büro. Seither wurde er für mehr als 60 (Ober)Bürgermeisterwahlen engagiert. Rund 60 Prozent der Bewerber haben nach den Angaben des Beraters ihre jeweilige Wahl gewonnen. Aber nicht die Bürgermeisterkandidaten selbst, sondern auch Ortsvereine, Wählerinitiativen und Gemeinderatsfraktionen gehören zu Abbergers Klientel.

Ulrich Heckmann betätigt sich für den Nagolder Schul- und Kulturamtsleiter Clemens Götz als politische Spürnase, Motivator und Organisator. Er ist Diplom-Verwaltungswirt und freiberuflich als Kommunal- und Politikberater tätig. Expertenhilfe ist zunehmend gefragter Heckmann arbeitete früher selbst in einer städtischen Verwaltung und machte sich anschließend selbstständig. Seine Diplomarbeit schrieb er über das Thema Bürgermeisterwahlen, sein Vater war Rathauschef. Er bezeichnet sich als »Ratgeber in Fragen der politischen Kommunikation«. Dass Amtsinhaber, die wiedergewählt werden wollen und Aspiranten auf dieses Amt Expertenhilfe in Anspruch nehmen, ist durchaus nichts Ungewöhnliches.

Berater, die im Hintergrund agieren, werde sogar inzwischen gerufen, wenn der Rathauschef abgewählt werden soll. Der Markt für die Wahlkampfberater ist gewachsen. Abberger hat zum Beispiel den Bodelshausener Rechtsanwalt Thomas Engeser bei seinem Wahlkampf um den Oberbürgermeisterposten in Rottweil betreut. Das Wahlkampfteam, das Heckmann und zwei weitere Kollegen bilden, arbeitete 2006 für den CDU-Landtagsabgeordneten Thomas Blenke sowie für den Nachfolger von Dr. Walter Jocher in Bad Wildbad, Klaus Mack, und den FDP-Landtagsabgeordneten aus dem Enzkreis, Dr. Hans-Ulrich Rülke.

Auch die Schömberger Bürgermeisterin Bettina Mettler holte sich für den Wahlkampf professionellen Rat.

Doch nicht nur der Wahlkampf in der Gäugemeinde geht weiter: Den Ermittlern der Landespolizeidirektion in Karlsruhe steht noch ein gutes Stück an Ermittlungsarbeit bevor, was die Untreue-Vorwürfe gegen Nonnenmann betrifft. Wie Walter Vollmer, Leiter der Staatsanwaltschaft in Tübingen gestern unserer Zeitung sagte, seien die Untersuchungen gegen Nonnenmann nach einem zweiten Durchsuchungstermin noch nicht abgeschlossen: »Über die Anklageerhebung wird erst nach dem 10. Juni entschieden.« Anonyme Briefe und Anrufe an Befürworter Mittlerweile wurden und werden mehrere Befürworter des Amtsinhabers von einem Nonnenmann-Gegner mit anonymen Anrufen und Briefen belästigt. Angezeigt wurde der Unbekannte bislang weder beim Polizeiposten in Althengstett noch bei der Polizei in Calw oder der Landespolizeidirektion in Karlsruhe, wie Winfried König, Polizeisprecher in Calw, gestern auf Anfrage erklärte.